Wir sind schon im August, und somit kommen wir zum Ende der GH-Saison 26. Die vorletzte Station war wieder der Slovakiaring, die schnellste Strecke der Saison, östlich von Bratislava gelegen. Gegen Ende der Saison begannen Einige schon zu rechnen – könnten sie hier schon den Sack zu machen und den Titel vorzeitig sichern? Da es in allen Klassen ein Streichresultat gibt ist die Rechnung nicht immer ganz so einfach. Die Gh´ler sind ja eine kommunikative und soziale Spezies, die Abende vor dem Rennen sind immer sehr gesellig und bisweilen auch sehr unterhaltsam. Aber so spät in der Saison wurden manchmal am Abend die Stimme von manchen Racern leiser und unter vorgehaltener Hand, fast so, als ginge es um ein Setup, das Sekunden bringt, wurde über die notwendigen Platzierungen in den Rennen am Sonntag gesprochen, um die gewünschte Position in der Meisterschaft zu sichern. Reden ist halt eine Sache, aber das Rennen eine ganz andere, und wir alle wissen: beim GH wird kein Platz verschenkt, hier wird gekämpft und jeder Punkt muss hart verdient werden. Das Salz in der Suppe waren dann noch einige Alpe Adria Racer, die den Termin vor der Alpe am Slovakiaring als Training nutzen. Aber großes Kompliment an alle Beteiligten, es wurde mit viel Rücksicht agiert, auch unser Rennleiter, Heli Scherz, beobachtete das Treiben auf der Rennstrecke mit Argusaugen, hatte aber gar nichts zu beanstanden.
Coyote Racing Team musste am Samstag schon den ersten Ausfall hinnehmen. Die Suzuki von Michael Matheis quittierte ihren Dienst auf eine kuriose Weise. Der Kettenspanner am Hinterrad streikte und somit schob sich die Hinterachse auf der Kettenseite nach vorne, was zur Folge hatte, dass die Kette vorne aus vom Ritzel sprang und das Motorgehäuse und einige Elektronikbauteile mit ins Verderben riss. Der Schaden konnte vor Ort nicht mehr repariert werden, somit wurde nach Ersatz gesucht. Weinhara Thomas sprang ein, und für Coyote Racing sollte diese Konstellation zum Glücksfall werden. Zwischen DWX Racing und Coyote Racing ging es hin und her, jedoch in den letzten Minuten des zweieinhalb Stunden dauernden Rennen konnte Weinhara nochmals die Führung übernehmen und somit gewann Coyote Racing vor DWX Racing. Vogl Racing landete dahinter auf Platz drei, Aprilia Austria #9 auf Platz vier. Den letzten Pokal für Platz fünf ging an HoSuKa Racing.
In der Klasse Endurance limited gewann WRM Racing vor Turbopower Racing Team. Den dritten Platz am Podest sicherte sich Urli´s Race Team. HoSuKa Racing belegte Platz 4 vor Motor-Bike Poysdorf.
Diesmal gab es nach den Strapazen des Rennens Freibier sponserd by Installation Ziller Josef (Bunker Racing) und die Grill-Würstl sponsored by Schwarz Motorized – vielen Dank an die edlen Spender!
Die Moto Masters Superbike, startete gleich mit einem Paukenschlag. Michael Huber mit seiner CBR 1000 RRR konnte sich in all den Trainings durchsetzen und startete von der Pole Position vor Hannes Schafzahl, einem langjährigem und sauschnellen Alpe Adria Fahrer. Beim Start übernahm Schafzahl aber sofort die Führung und kam mit mehr als zwei Sekunden Vorsprung aus der ersten Runde zurück. Dahinter führte Huber vor Weinhara Thomas und Bajic Vukasin. Für Memet Yarar, der auf Patz drei der Meisterschaft lag, lief dieses Wochenende bescheiden. Freitag, bei 1000PS, legte er sich samt seiner Honda in der ganz engen Links kurz auf den Asphalt. Seine Fireblade war schnell repariert, aber seit dem Sturz gab es immer wieder Probleme mit der Bremse. Auch neue Bremsbeläge, das Entlüften der Bremse und weitere Maßnahmen halfen nicht, das Problem zu lösen, so war das Rennen in der zweiten Runde für ihn zu Ende, da die Bremse wieder komplett ausfiel. Trotz des Nullers behielt er Platz drei in der Meisterschaft. Es war das Wochenende von Thomas Weinhara, wie schon im Endurance Race konnte er sich gegen Ende des Rennens durchsetzen und übernahm von Huber die Führung und gewann. Huber kämpfte mit einem nachlassenden SCX, aber auch die Meisterschaft dürfte immer wieder mal im Hinterkopf mitgefahren sein. Der zweite Platz reichte für den Titel, wir gratulieren!!! Bajic fuhr auf Platz drei, Platz vier ging an Vogl Andreas vor Marcin Keller.
In der Klasse Supersport dominiert Andreas Wohlmuth, jedes Mal, wenn er am Start stand, fuhr er auf Pole und gewann das Rennen. Auch diesmal ließ er nichts anbrennen und dominierte das Quali. Und im Rennen gab es auch keine Zweifel, wer der schnellste Supersport-Racer am Slovakiaring war, er fuhr einen ungefährdeten Sieg nach Hause. Platz zwei ging Akos Kaloczi, Platz drei an mich. Auch mir kam immer wieder die Meisterschaft in den Sinn, da Andi anscheinend leichte Anzeichen einer Wasserscheue zeigte und am Pan im Regen nicht startete, konnte ich die Führung übernehmen und versuche diese bis Rijeka nicht mehr abzugeben. Platz vier ging an Patrick Pascota vor Mario Schmid.
In der Klasse Flying Rider, der schnelle Cup mit fliegendem Start, hat Tom Ebner heuer schon seine Duftnote hinterlassen. Er ist bis jetzt ungeschlagen, immer wenn er am Start stand, gewann der das Rennen. Auch diesmal gewann er vor Kurt Schiefermair (P2) und Adrian Rohmann auf Platz drei. Platz vier sicherte sich Christian Aicher vor Markus Schrott. In der Gesamtwertung führt Schiefermair, da Ebner schon einen 0 geschrieben hat. Wie in jeder Klasse gibt es auch hier ein Streichresultat, Ebner hat seinen schon gezogen, Schiefermair noch nicht. Radio Fahrerlager verkündet, dass Ebner eventuell nicht nach Rijeka kommt, dann wäre Schiefermair Meister. Aber wer Ebner kennt, weiß, dass er auch manchmal nicht ganz die Wahrheit spricht, um seine Gegner in Sicherheit zu wiegen. Auch das ist Motorsport, die Psychospiele haben begonnen…
In der Klasse PRC – Superbike gewann Jürgen Bauer vor Manuel Schmitzberger und Bernhard Fellinger auf Platz drei. Die Pokale für Platz vier und fünf gingen an Gerald Kittinger (P4) und Felix Stückler. Diese Meisterschaft wird sich erst in Rijeka entscheiden, im Moment liegt Blahna vor Rauscher und Wöhrenschimmel, dahinter folgen Schmitzberger und Bauer. Die ersten fünf trennen gerade mal 22 Punkte, jeder hat schon einen Nuller, somit sein Streichresultat. Alle fünf haben theoretisch noch eine Chance auf den Titel.
Die Klasse PRC-Supersport gewann Dominic Lang vor Nina Vogl und Christoph Karer, P4 ging an Michael Bürtlmair vor Gregor Zethofer. Auch hier wurde die Meisterschaft vertagt, in Kroatien haben noch die ersten vier in der Gesamtwertung Titelchancen. Auf P1 liegt momentan Nina Vogl, gefolgt von Lang und Zethofer und Bürtlmair auf P4.
Bei den V4´s aus Noale gibt’s einen neuen Meister! Applaus für Max Eisserer. Mit einem Sieg gewann er auch den Aprilia Cup 2026. Leicht wurde ihm der Sieg nicht gemacht. Mario Lebrecht hing ihm das ganze Rennen im Heck. Gegen Ende wurde Abstand immer kleiner, teilweise betrug er weniger als 0,5 Sekunden. Es sah so aus, als hätte er einen Plan für die letzten zwei Runden. Doch der ging nicht auf, in der vorletzten Runde stürzte Lebrecht, es gewann Max Eisserer vor seinem Bruder Stefan. Platz drei ging an Peter 2.0, der sich mit 5 Hundertstel Vorsprung gegen Dietmar Kempf durchsetzen konnte. Platz fünf belegte Thomas Kettner.
Hinter Max Eisserer ist noch alles möglich, im Moment auf Platz zwei Peter 2.0 vor Dietmar Kempf und Stefan Eisserer auf Platz vier.
Den Abschluss machte diesmal der Smart Rider Cup. In der Klasse SBK gewann Walter Rauch, der somit wieder die Führung in der Gesamtwertung übernehmen konnte. Platz zwei ging an Thomas Thalhammer vor Manfred Schuhmann auf Platz drei. Weiters folgten Andrea Sontacchi auf Platz vier vor Roman Weissenbacher (P5). Auch hier wird es noch richtig spannend in Rijeka, die ersten Beiden trennen gerade mal sechs Punkte, wobei Rauch vor Grossmann liegt. Und Platz drei bis fünf trennen auch nur sechs Punkte. Hier liegt Denk (P3) vor Pichler und Schuhmann.
Die Klasse SRC Supersport gewann Max Asanger vor Jannik Stieglitz und Markus Fassl. Platz vier sicherte sich Michael Bauer vor Thomas Seeliger. Hier wird die Titelentscheidung auch erst in Rijeka fallen, es führt Fassl vor Stieglitz und Bretterecker. Julia Oberndorfer liegt auf Platz vier vor Thomas Berger.
Wie die Zeit verfliegt. Wir stehen schon wieder vorm Finale, das Anfang Oktober in Rijeka über die Bühne geht. Wir freuen uns auf Cevapcici, Meeresfrüchte und spannende Rennen. Es gibt noch einige Titel zu vergeben und auch die restlichen Platzierungen in der Jahreswertung müssen noch ausgefochten werden. Kroatien ist dafür die perfekte Location, das große Finale zu bestreiten. Und ganz gleich, wie es ausgehen wird und wie hart gefightet wird, wie immer gewinnt der Spaß am Motorradfahren und die Freude das, mit der GH Familie zu erleben.
Kurzer Hinweis noch zur Jahresabschlussfeier mit Siegerehrung: diese findet heuer wieder im Schlosshotel Zeillern statt, heuer aber an einem Freitag, weil zwar unser Termin am Samstag geblockt war, aber leider keine Zimmer zum Nächtigen und somit müssen wir heuer einmalig auf einen Freitag ausweichen. Termin: 13.11.26 ab 19 Uhr. Wir hoffen, dass auch ein Freitag kein Beinbruch ist und wir wieder eine geniale Abschlussfeier haben werden.
Bis dahin eine gute Zeit und rechts ist das Gas, euer Chris H.