Mitte Juli stand das zweite Mal der Pannoniaring am GH-Terminkalender. Nach der Hitzeschlacht in Brünn waren diesmal gemäßigte 28 bis 30 Grad vorhergesagt, also perfekte Bedingungen in die zweite Saisonhälfte zu starten. Einziger Wehrmutstropfen war eine geringe Regenwahrscheinlichkeit, und wer den Pann kennt, weiß, dass es dort sehr schnell und unerwartet regnen kann. So kam es wie es kommen musste und schon vor der 1000PS Veranstaltung Donnerstag Früh begann es heftig zu regnen. Vor Mittag war die Strecke komplett trocken, aber der Regen sollte das ganze Wochenende immer wieder ins Renngeschehen eingreifen, dazu später aber mehr. Der restliche Donnerstag und Freitag bei 1000 PS nutzten dann auch schon einige GH´ler bei perfektem Wetter und Strecke zum Trainieren. Was auch beobachtet wurde, waren diverse Versuche am Setup, um die letzten Zehntel zu finden. Hier zu sehen, Peter 2.0 versucht auf herkömmlichen Weg - mit neuen Reifen und Bremsenservice, seine Aprilia zu optimieren, aber auch unkonventionelle Methoden wurden im Fahrerlager beobachtet, den Anpressdruck und Masseschwerpunkt zu verändern. Ob diese Methoden regelkonform und erfolgsgekrönt sind, wird sich noch zeigen…
Samstagabend kurz nach 16 Uhr startet das Langstreckenrennen. Schon vor dem Start wurde gerätselt, hält das Wetter oder wird es regnen. Die dunklen Regenwolken in der Ferne waren schwer zu lesen, es schien, als ob es aushält und trocken bleibt. Ein Gespräch in der Boxengasse zweier unbeteiligter Fahrer: „Es bleibt sicher trocken, die Wolken da hinten kommen fix nicht, ich kenn das“ „Ja, ich glaub auch“ „Aber warum kommen alle gerade rein, 15min nach dem Start?“. Kurze Anmerkung, in der Boxengasse schien zu dem Zeitpunkt noch die Sonne. Als dann alle nach dem Fahrerwechsel mit Regenreifen rausfuhren, war es klar „Shit, hinten regnet es schon voll“ Der Regen war kurz, aber heftig, so wurde es zum Reifenpoker. Die Klasse Open gewann DWX Racing, Aprilia Austria #9 konnte zwar den Anschluss halten und blieb als einziges Team in derselben Runde, aber mit etwas mehr als eine Minute Rückstand reichte es diesmal nur für Platz zwei. Der dritte Podestplatz ging an HoSuKa Racing 1, gefolgt von Outlap Racing auf Platz vier vor SuHoKa. DWX führt im Moment die Gesamtwertung an, fünf Punkte dahinter Aprilia Austria #9, Vogl Racing folgt auf Platz 3.
In der Klasse Limited dominierte das Turbopower Racing Team und gewann mit vier Runden Vorsprung vor HoSuKa-Racing 2, Platz drei ging an Motorbike Poysdorf. P4 belegte Urli´s Racing Team vor Team Bitzi. In der kleinen Klasse führt Turbopower vor Urli´s Racing Team und WRM Racing.
Leider gab es in der Alpe Adria Meisterschaft einen tragischen Startunfall, bei dem Philip Steinmayr #41- nicht nur ein gern gesehener Gast, sondern auch Freund von den GH-MOTO Veranstaltern - und Adrian Rus #97 ums Leben kamen. Auch ein Mitglied der GH-Familie, Michl #43 Fichtinger, verstarb vor dem Brünn WE nach einem tragischen Badeunfall. Ihnen zu Ehren gab es nach dem Langstrecken – Rennen statt der Familienrunde eine Gedenkrunde, an der mehr als 120 Fahrzeuge teilnahmen. Auch die Streckenposten und Rettung vom Pannoniaring standen an ihren Plätzen und verabschiedeten die Racer mit ihren schwarzen Fahnen, Blaulicht und Folgetonhorn. Die Familie von Michl #43 beteiligte sich gemeinsam mit Bridgestone am Pasta Abend mit Freibier nach dem Langstreckenrennen, Michl #43 wollte es bestimmt genauso. Ein großes Dankeschön an alle, die die Verstorbenen nochmal geehrt und begleitet haben, auch das zeichnet die GH-Familie aus.
Am Sonntagnachmittag stand als erstes der Flying + Pace Cup am Programm. Das Wetter war bis dahin perfekt, aber in der Ferne waren wieder dunkle Wolken zu sehen. Die große Frage war, kommen sie näher oder verflüchtigen sie sich? Der Cup blieb trocken. Gewinnen konnte Tom Ebner, auf Platz zwei landete diesmal Kurt Schiefermair, der es ihm diesmal Ebner nicht einfach machte. Der dritte Podiumsplatz ging an Adrian Rohmann, gefolgt von Josef Ziller P4 und Markus Schrott auf P5. In der Gesamtwertung führt zwar Schiefermair, der bis jetzt bei allen Rennen punktete, gefolgt von Ebner auf P2, der jedoch schon einen Nuller zu verzeichnen hat. Da es ein Streichresultat gibt ist hier noch alles offen.
In der Klasse Pace Rider SBK war es bis zur schwarz-weiß karierten Fahne alles offen, die ersten Vier waren innerhalb von vier Sekunden. Am Schluss gewann Filip Knezevic vor Walter Blahna und Christian Frauscher auf P3. Den vierten Platz belegte Martin Wöhrenschimmel vor Manuel Schmitzberger. Die ersten Drei in der Gesamtwertung trennen gerade mal 19 Punkte, auch hier spitzt sich der Titelkampf zu. Im Moment führt Blahna vor Wöhrenschimmel und Frauscher.
In der Klasse Pace Rider SSP gewann Kilian Christ vor Nina Vogel, auf Platz drei fuhr Gregor Zethofer ins Ziel. Platz vier ging an Christoph Schillinger vor Michael Bürtlmaier. In der Gesamtwertung führt Vogel vor Zethofer und Schillinger.
Genau zum Beginn des Smart Rider Cups setzte der Regen ein, daher wurde das Rennen als Wet Race gestartet. Die Rennleitung gab den Racern auch genügend Zeit, Regenreifen zu montieren und verschob den Start. Trotzdem gab es in jeder Klasse nur wenige Starter und somit je einen Sieger der GH-Wertung. In der Klasse SBK gewann Daniel Grossmann der damit auch die Führung in der Gesamtwertung vor Walter Rauch und Erhard Denk übernahm.
In der Klasse SSP gewann Thomas Berger, der mit diesem Sieg auf den zweiten Platz der Gesamtwertung vorrückte. Markus Fassl Markus führt, auf Platz drei liegt momentan Christian Bretterecker, punktegleich mit Jannik Stieglitz auf P4.
Obwohl es im Smart Rider Cup nur zu Beginn regnete und schon bald wieder die Sonne raus kam, war die Strecke zu Beginn der Moto Master Austria noch zu nass für Slicks, aber fast schon zu trocken für Regenreifen. Michi Huber riskierte es mit einem Regenreifen vorne und einem Slick hinten Das restliche Feld ging kein hohes Risiko ein und startete auf Regenreifen. Das Risiko machte sich für Huber bezahlt, er konnte sich von Beginn an absetzen und gewann das Rennen. Auf Platz zwei ließ Gebhard Manzl sein Talent auf Regenreifen aufblitzen, der Youngster (67 Jahre!!!) zeigte den jungen Racern, wie ein Tiroler auf einer R1 mit Regenreifen Motorrad fährt. Er belegte den zweiten Platz vor Thomas Weinhara auf Platz drei. Platz vier ging an Tom Pletzer vor Memet Yarar. Huber führt jetzt in der in der Gesamtwertung vor Weinhara, Yarar ist auf P3.
Zu Beginn des Supersport Rennens war die Strecke soweit wieder trocken, jedoch dunkle Wolken kündigten den nächsten Schauer an, und pünktlich beim Vorstart begann es zu regnen, aber diesmal richtig stark und über das ganze Rennen. Auch in diesem Rennen war ich der einzige in der Moto Master Austria, die restlichen Starter starteten in der Slowenischen Meisterschaft. Somit gewann ich das Rennen und konnte in der Gesamtwertung die Führung vor Andreas Wohlmut übernehmen. Auf Platz drei folgt Wolfgang Reitzer.
Den Abschluss machten diesmal die Aprilias, der Regen wurde zwar etwas schwächer, aber an Slicks war nicht zu denken. So starteten alle auf Regenreifen und zwischen Max Eisserer und Dietmar Kempf entbrannte ein harter Kampf um die Führung. Die beiden wechselten öfter die Position, am Ende konnte Eisserer das Rennen mit 0,3 Sekunden Vorsprung für sich entscheiden, Kempf belegte Platz zwei. Platz drei ging an Peter 2.0, Platz vier an Peter Trotzmüller vor Christian Weinhara auf Platz fünf. Eisserer Max führt in der Gesamtwertung komfortabel vor Peter 2.0. Platz drei belegt im Moment Stefan Gut.
Diesmal hat der Pannoniaring wettertechnische einige Überraschungen parat, er machte es den GH-Racern nicht gerade einfach. Trotzdem gab es tolle Rennen und eine schöne Zeit. Als nächster Termin steht wieder der Slovakiaring am Kalender (Ende August) danach das Saisonfinale in Rijeka (Anfang Oktober). Bei nur noch zwei ausstehenden Rennen spitzt sich der Titelkampf in allen Klassen zu.
Habt eine gute Zeit, genießt das Wetter und wenn möglich den Urlaub, aber vergesst nicht, rechts ist das Gas, euer Chris H.